Selbstbefriedigung – Warum scham dabei fehl am platz ist

Wir alle haben’s erlebt: In unseren süssen Jugendjahren sitzen wir im Klassenraum und der Sexualunterricht beginnt. Das Wort Selbstbefriedigung fällt – und plötzlich fangen alle an zu kichern. Bei dem Thema sterben manche fast vor Scham – egal ob man’s jetzt schon gemacht hat oder nicht. Mit der Mutter sprechen die wenigsten über dieses eine Thema – denn es ist ja voll peinlich, oder?

All diese kleinen Situationen, sei es nun im Alltag oder zuhause prägen unsere Denkweise. Und durch all diese äusseren Einflüsse trauen sich manche gar nicht mehr, den eigenen Körper zu erkunden. Das zieht sich durch, bis ins Erwachsenenalter. Denn es fühlt sich an, als wäre das was schlechtes – in manchen Kulturen wird Selbstbefriedigung sogar als schmutzig bezeichnet. Eigentlich wäre es etwas ganz natürliches, dass wir Frauen neugierig auf unseren eigenen Körper sind. Doch unsere Gesellschaft pflanzt uns diesen einen kleinen Gedanken ins Gehirn: Das gehört sich nicht als Frau. Ich kenne Frauen, denen es selbst in reiferem Alter noch unangenehm oder peinlich ist, sich selbst zu befriedigen. Und daher nun mein Appell: Lasst uns dieses grosse Tabu gemeinsam brechen.

Unsere Gesellschaft pflanzt uns einen falschen Gedanken ins Gehirn: "Selbstbefriedigung gehört sich nicht als Frau"

Anna

Genau in der Zeit, in der wir Mädels zur Frau reifen, wäre es meiner Meinung nach so wahnsinnig wichtig, den Körper zu erkunden und in meiner Sprache ausgedrückt: Deine innere Göttin zu erwecken. Denn sei dir bewusst: Deine innere Göttin weiss ganz genau, was dir gut tut und was dir gefällt. Und sie schämt sich für nichts. Sie lässt dich eine innere Freiheit erfahren, die unbezahlbar ist.

Die innere Göttin ist für mich ein Richtungsgeber für alles, was die Sexualität und das Selbstbild von uns Frauen mitbringt. Ich gebe ihr ein mentales High-Five, wenn ich einen Orgasmus hatte. Ich gebe ihr recht, wenn sie findet, dass ich in einem Spitzen-Dessous ultrascharf aussehe. Und sie gibt mir den liebevollen Arschkick, wenn ich mal wieder das Gefühl habe, dass irgendwas an meinem Körper nicht in Ordnung ist. Sie erinnert mich daran, dass ich perfekt bin, so wie ich bin.

Und das Wichtigste: Sie sagt mir ganz klar, dass Selbstbefriedigung etwas total normales ist, nichts das einem unangenehm sein sollte oder peinlich sein sollte.

Selbstbefriedigung hat nur vorteile!

1. Selbstbefriedigung beruhigt und entspannt
Nach dem Orgasmus schüttet dein Körper mehr „Kuschelhormon“ aus und senkt zugleich die Produktion deiner Stresshormone. Diese Kombination sorgt für Entspannung und somit für eine kürzere Einschlafdauer. Kurz gesagt: Nach einem Orgasmus schläfst du viel besser. Es kann sogar gegen Menstruationskrämpfe helfen, weil sich unsere Muskeln entspannen. Toll, oder?


2. Selbstbefriedigung macht wahnsinnig viel Spass.
Sie gibt dir die Freude an deinem Körper – und glaube mir, man sieht es einer Frau an, wenn sie ihren Reizen und Vorzügen voll bewusst ist. Nach einem Orgasmus strahlst du von innen heraus weil unser Körper danach Glückshormone freisetzt – und das ist absolut nichts, was es zu verstecken gilt. Because happy girls are the prettiest! 


3. Selbstbefriedigung heisst, dich selbst zu kennen

Wenn du mal mit einem Mann zusammen bist, dann weiss der vielleicht gar nicht, wie man eine Frau zum Orgasmus bringt. Und wer soll es ihm zeigen, wenn nicht du? Und woher sollst du wissen wie, wenn du dich selbst noch gar nicht erforscht hast? Selbstbefriedigung gibt dir das Wissen, wie dein Körper auf sexueller Ebene funktioniert und gibt dir eine innere Zufriedenheit. Sie lernt dich, dich selbst zu lieben und deinem Körper zu vertrauen.

4. Selbstbefriedigung hilft in der Partnerschaft

Es ist erwiesen, dass Frauen, die es sich regelmässig selbst besorgen ein viel erfüllteres Sexleben haben – denn sie wissen, was sie antörnt. Sie wissen, was ihnen den Kick zum Höhenflug gibt. Und wie man so schön sagt: Wenn’s im Bett rund läuft, hast du die halbe Miete für eine glückliche Beziehung.


5. Selbstbefriedigung macht gesund
Frauen können beim Masturbieren zeitgleich ihre Beckenbodenmuskulatur stärken. Ein gut trainierter Beckenboden sorgt nicht nur für intensivere Höhepunkte, sondern beugt auch Harninkontinenz vor.
Und wo schon die Rede von einer schwachen Blase ist – Masturbation soll laut der australischen Dozenten Anthony Santella und Spring Chenoa Cooper angeblich Blasenentzündungen vorbeugen. Während der sexuellen Erregung öffnet sich der Gebärmutterhals, er wird gestreckt – genauso wie die dazugehörige Schleimhaut. Dadurch können Flüssigkeiten, die teilweise viele Bakterien enthalten, zirkulieren und schließlich ausgespült werden. Das Fazit der Experten: weniger Bakterien, geringeres Risiko einer Blasenentzündung.

Egal wie, machs dir einfach! Trau dich, girl.

Selbstbefriedigung ist also eine wunderschöne Reise mit und zu deinem Körper – eine Reise zur inneren Vollkommenheit. Und ich denke, früher oder später begeben wir uns alle auf diese Entdeckungsreise.  Mit allem drum und dran – auch beim Thema Sex. Das Schönste an dem Ganzen ist: Du hast keinerlei Druck. Niemand schreibt dir vor, wie du es dir selbst machen solltest. Nimm dir die Zeit, gönne dir die Zeit, um dich ganz in Ruhe zu entdecken.

Ob du nun dabei eine romantische Stimmung kreierst und deiner Fantasie freien Lauf lässt, ob du nun in der Badewanne bist und in der feuchten Geborgenheit deine erogenen Zonen erforschst oder ob du unter der Dusche den Wasserstrahl auf deinen Kitzler lenkst und dich so zum Orgasmus bringst – es ist ganz dir überlassen. Wie du’s dir selbst ohne Hilfsmittel machen kannst ist übrigens hier perfekt beschrieben. 

Für mich ist es ein ultimatives Ziel, keinerlei Schamgefühl mehr zu haben wenn ich mich selbst befriedige und ich bin ehrlich: Selbst mit meinen 25 Jahren fühle ich mich manchmal noch unwohl – zum Beispiel wenn mein Freund zuschauen möchte. Es fühlt sich irgendwie merkwürdig an – aber hey, wir alle haben Zeit. Zeit, zu lernen, dass es dabei nichts unangenehmes gibt. Zeit zu lernen, dass es völlig natürlich ist. Und Zeit zu lernen, dass dieser eine kleine Gedanke der einem eingepflanzt wird absoluter Schwachsinn ist.

Mach dir nochmal bewusst: Deine innere göttin kennt kein schamgefühl. sie ermutigt dich, zu deinem Körper zu stehen und dich selbst in allen facetten zu lieben.

Für die nächste Generation wünsche ich mir, dass dieses Tabu ein Teil der Vergangenheit wird.

Mich würde wahnsinnig interessieren, wie du dazu stehst. Also lass mir doch einen Kommentar stehen – ich freue mich über jede einzelne Frau, die sich traut gemeinsam mit mir das Tabu zu brechen.

Herzensgrüsse, Anna

Schreibe einen Kommentar