Die Eifersucht. [substantiv, feminin].

Eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht was Leiden schafft. Tja, passender geht’s gar nicht.
Frisch Verliebte, langjährige Partner, Frauen, Männer – keiner ist davor gefeit. Keiner kommt um sie herum. Manche versuchen Eifersucht zu rechtfertigen mit „Ein bisschen ist ja irgendwie normal“. Und ganz viele Leute glauben, Eifersucht würde immer zur Liebe gehören. Ich halte das für absoluten Quatsch.

Liebe ist ein positives Gefühl. Eifersucht ist ein negatives Gefühl. Die Eifersucht vergiftet die Liebe – nicht ohne Grund nennt man die Eifersucht den Tod der Liebe. Die beiden Gefühle stehen zwar in direktem Zusammenhang, jedoch untermauert das eine das andere nicht. Eifersucht gehört für mich darum definitiv nicht zur Liebe dazu.

Die Eifersucht gehört nicht zur Liebe. Eifersucht vergiftet die Liebe.

Nüchtern betrachtet, entsteht Eifersucht, wenn das Terrain einer Zweierbindung von außen bedroht zu sein scheint. Die Betonung liegt im Grossteil der Fälle aber auf dem „scheint“. Und damit spreche ich übrigens nicht nur von einer Beziehung, sondern auch von Freundschaften.

Gute Bekannte der Eifersucht sind Missgunst und Neid. Du merkst: Ich persönlich werfe Eifersucht in den Topf der Dinge, die man meiden sollte. Denn man lebt viel gelassener. 



Ich würde behaupten, ich war früher sehr eifersüchtig. Heute bin ich besonders in einer Beziehung so relaxt wie nie zu vor. Ich reisse sogar Scherze darüber oder ziehe meinen Partner auf – und meine es wirklich ehrlich nicht ernst. Ich verschwende keinen Gedanken an die Ex-Freundinnen meines Freundes. Manche lernte ich während unserer Beziehung sogar kennen – und es ist alles easy.

Was sich in der Zeit zwischen damals und heute geändert hat? Eigentlich nur ich selbst.
Und lass dir gesagt sein: An meinen Partnern kann es wirklich nicht liegen. Denn auf einer Skala von eins bis zehn hab ich heute einen klassischen „Badboy“ mit der Wertung „zehn“ an meiner Seite. Einer, dem Frauen dreimal zutrauen würden, dass er fremdgeht oder andersweitig die Grenzen zu sehr auslotet. Und ich bin trotzdem null eifersüchtig. Wie ich das geschafft habe?

Schritt #1 – Eifersucht erkennen, ohne darüber zu urteilen

Nehmen wir mal an, Eifersucht ist nichts Gutes, aber auch nichts Schlechtes. Betrachte sie mal ganz neutral.
Eifersucht lässt dich aufgrund des kleinsten Geschehnis in Bezug auf deinen Partners aufhorchen, oder?
Eine SMS mit einem Frauennamen erscheint auf seinem Handydisplay – und manche fühlen die Eifersucht. Er erzählt unbekümmert von früher, erwähnt seine Exfreundin – und manche fühlen die Eifersucht, obwohl die Beziehung von damals längst beendet ist. Dein Freund dreht sich auf der Strasse nach einer schönen Frau um – und du spürst die Eifersucht. Oder ganz typisch wenn wir den Spiess mal umkehren: Ein Typ schreibt dir auf Social Media – und dein Freund spürt die Eifersucht.

Viel zu oft wissen wir doch gar nicht, ob die Eifersucht berechtigt ist. Und oft merkst du im Nachinein, dass die ganze Aufregung völlig umsonst war. Das alles waren harmlose Beispiele, aber trotzdem tritt die Eifersucht auf den Plan.

Und darum, so hart es klingt: Eifersucht kommt von der Person aus, die sie fühlt. Und zwar immer. Sie hat nicht viel mit deinem Partner zu tun. Denn sein Verhalten oder Dinge, die im Zusammenhang mit ihm passieren, können lediglich die Eifersucht zum Vorschein bringen. 
Aber auch wenn du sie bis dahin nicht siehst, ist sie da. Bei dir. In dir drin verborgen, bis ein Auslöser kommt. Also kleb nicht einfach ein Pflaster auf die Wunde, sondern finde den Brandherd.

Die Eifersucht liegt viel tiefer begraben, als du denkst. Und äussert sich übrigens auch in viel mehr Facetten, als wir uns bewusst sind. Zum Beispiel wenn du deinem Partner Dinge verbietest. Oder ihn ungerne alleine ins Nachtleben lässt. Oder wenn der neue Job deines Partner dich beunruhigt, weil die Veränderung auch eure Partnerschaft betreffen könnte.

Wichtig ist: Verurteile dich nicht dafür – es ist in Ordnung, solange du die Eifersucht erkennst und bereit bist, daran zu arbeiten.

Schritt #2 – Finde den Ursprung

Sich einzugestehen, dass die Eifersucht ein Problem ist, dass diejenige Person betrifft die eifersüchtig ist, kann unangenehm sein. Denn es bedeutet, dass du bei dir selbst aufräumen musst.
Daher ist es wichtig zu wissen, warum wir überhaupt eifersüchtig sind.

Erinnere dich an das letze Mal, dass du eifersüchtig warst. Stell dir die Situation vor – und frage dich dann, wo denn eigentlich das tieferliegende Problem ist.
Hast du Angst, dass deine Widersacherin besser ist als du? Angst, dass du deinem Partner nicht genügst? Bedenken, dass dein Partner ohne dich etwas erleben könnte? Oder Angst, dass dein Partner dich nicht braucht oder weniger von dir abhängig ist? Angst, dass die andere im Bett besser war als du? Oder denkst du, dein Partner darf gewisse Dinge nicht tun, weil er dir gehört? Weil es ihn unabhängig von dir macht?

Eifersucht kann wahnsinnig viele Ursprünge haben. Aber ich glaube die häufigsten sind wohl ein geringes Selbstwertgefühl und/oder Verlustängste.

Anders ausgedrückt: Eifersucht ist eine Unsicherheit, bezüglich deinem eigenen Wert als Person.

Versuche, für dich selbst zu definieren, worin das eigentliche Problem liegt. Denn nur so kannst du es auch lösen.

Schritt #3: Sei dir im Klaren, was Eifersucht bewirkt.

Natürlich schützt du dich in erster Linie selbst mit deiner Eifersucht.
Mach dir aber bewusst: Eifersucht ist ein destruktives Gefühl.

Du schadest damit hauptsächlich dir selbst. Durch deine Eifersucht äussert sich ein tieferliegendes Problem, dass du mit dir trägst. Wenn du es nicht löst, dann ist das, als würdest du einen Fleck auf deiner weissen Weste zwar sehen, aber nicht versuchen wegzuputzen. Es ist als hättest du einen riesigen Kaugummi unter deinen Schuhen kleben, der dich zurückhält und dir nicht erlaubt, mit deiner Beziehung vorwärtszukommen.

Ausserdem solltest du dich fragen, was du mit deiner Eifersucht bei deinen Liebsten bewirkst. Eigentlich teilst du ihnen damit mit, dass du ihnen nicht vertraust. Du gibst ihnen das Gefühl, eingeengt zu sein. Oder vielleicht, dass es nötig ist, sie zu kontrollieren. Oder dass du ihnen Dinge vorschreiben möchtest. Oder sie einschränkst. Das alles möchtest du aber doch eigentlich gar nicht, oder?

Du siehst, all das sind Dinge, die bereits für manche Beziehung den Tod bedeutet haben. Darum frage dich: Nimmst du den einfachen Weg und lässt deine Eifersucht so wie sie ist und verurteilst deine Beziehung damit vielleicht langfristig zum Tode oder ist dir die Beziehung genug wert, dass du bereit bist an dir selbst zu arbeiten?

Schritt #4 – Arbeite an dem tieferliegenden Problem

An sich selbst zu arbeiten kann schwer sein. Mühsam.
Dinge wie Stolz, Scham, Uneinsichtigkeit und Unehrlichkeit musst du aussen vor lassen. Aber ich sage dir: Es ist die Arbeit sowas von wert!
Und wenn du dir schon die Mühe machst, dann arbeite auch richtig daran. Versuche, dir gewisse Dinge nicht einfach nur einzureden, wie es viele tun. Sondern sei ehrlich zu dir selbst, bilde dich weiter und dir werden sich neue Perspektiven eröffnen.

Und wenn es dir einfacher fällt, gemeinsam mit deinem Partner an der Eifersucht zu arbeiten, dann frage ihn danach. Vielleicht reicht schon ein Stoss in die richtige Richtung und du und dein Partner könnt gemeinsam durch das Meistern der Situationen, in denen normalerweise Eifersucht bei dir zu sehen ist, wachsen.

Wenn du selbst einen Partner hast, der sehr eifersüchtig ist dann wirf es ihm nicht einfach vor, sondern bleibe auch in brenzligen Situationen ruhig und versuche zu verstehen, warum er überhaupt eifersüchtig ist. Und später dann kannst du ihn darauf ansprechen – am besten in einem Moment, wenn die Eifersucht gerade nicht präsent ist.

Falls es dir hilft: Bei mir lag es an meiner Selbstsicherheit. Und mit jedem Stück Sicherheit, mit jedem kleinen Erfolg in Sachen Selbstsicherheit, den ich mir erarbeitet habe, hat meine Eifersucht nachgelassen. Ich muss sie nicht mehr unterdrücken – und diesen mentalen Stress nicht mehr zu haben, lohnt sich ganz ehrlich doppelt und dreifach!

Xx, anna

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