Bist du auch schon wie ich vor dem Rätsel gestanden, dass deine Lust weniger wird, aber du konntest nicht genau definieren warum? Hast du dich mal gewundert, warum du in einer Beziehung wiederkehrend an den Punkt kommst, wo die Lustlosigkeit eintritt? Oder warum du vielleicht kurzzeitig gemeinsam mit deinem Partner gegen deine Unlust wirken kannst, aber dich immer wieder richtig anstrengen musst, dass dieser Fall gar nicht erst eintritt?

Kaum etwas wird sowohl von Frauen als auch Männern so falsch verstanden, wie die sexuelle Lust einer Frau. Und regelmässig stolpern wir in unseren Beziehungen über diese Hürde. Immer mal wieder tritt die Phase ein, wo im Bett einfach nichts mehr läuft – von Seiten der Frau.

Und dann fängst du an, dir Gedanken zu machen. Du kaufst vielleicht mal besondere Unterwäsche und versuchst ihn zu verführen. Er organisiert einen romantischen Abend, oder probiert neue Dinge im Bett aus. Doch die alte Lust von ganz früher kommt einfach nicht zurück – es ist und bleibt ein kleiner Kampf, dass ihr regelmässig Sex habt und die Initiative von beiden aus kommt und sich keiner im Nachteil fühlt.

Und gerade weil so wenig Wissen darüber im Umlauf ist, versuchen wir Probleme mit der Libido oder der Lust oft völlig falsch zu lösen. So wie ich früher auch.

Ich kenne das Problem aus meinen früheren Beziehungen, dass man sich stets wahnsinnig Mühe geben muss, um das Sexleben in Schwung zu halten. 
Aber ich habe auch am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, wenn du selbst in einer Langzeitbeziehung schon Bock hast bevor er dich berührt, und auch was es heisst wenn dein Körper auch nach längerer Zeit noch gleich reagiert wie zu der Zeit, als die Beziehung noch frisch war. 



Das Geheimnis?

Du musst als Frau verstehen lernen, wie deine eigene Lust funktioniert und was die Auslöser sind, die sie zum Verschwinden bringen. Lass mich dir also Schritt für Schritt erklären, woran es bei mir und bei vielen anderen Frauen liegt.

Erstens: Ganz grundlegend – Lust spielt sich im Kopf ab.

Die Lust entwickelt sich generell im Kopf. Sowohl bei Männern, als auch bei uns Frauen. Aufgrund der Gedanken und dem Kopfkino, das sich in unseren Köpfen abspielt, empfinden wir den ersten Funken an Lust. Sind wir also mit dem Kopf nicht bei der Sache, ist es schwierig bis unmöglich für uns Frauen, überhaupt Lust zu empfinden. 



Bist du also zum Beispiel dauer-gestresst, kann sich dein Mann ein Zahn ausbeissen an dir – denn dein Kopf voller Gedanken hat gerade überhaupt keinen Platz für diesen kleinen, zarten Funken der Lust. Anders ausgedrückt: Wenn uns nicht genug wohl ist, sind wir gar nicht fähig, uns in diesem Moment auf die Lust einzulassen. Womit wir beim nächsten Punkt landen:

zweitens: Frauen brauchen Vertrauen – Männer brauchen was zu jagen.

Wenn wir Frauen an Sex denken, stellen wir uns vor, welche Empfindungen dieser eine Mann bei uns auslösen kann. Welche Gefühle er uns vermittelt. Wie wir uns begehrt fühlen und wir uns vertrauensvoll und in Sicherheit in unserer Lust fallen lassen können. Wir stellen uns automatisch eine Wohlfühl-Situation vor, in der sich der Sex abspielt. 
Und gleichzeitig stellst du dir aber auch vor, wo er dich berühren kann, damit er das Feuer in dir entfacht. Wie sich seine Küsse auf deiner Haut anfühlen. Und ganz direkt ausgedrückt: Wie es sich anfühlt, wenn er tief in dir drin ist.

Merkst du was?

Wir haben meist den passiven Part. Wir lassen die Dinge mit unserem Körper machen. Wir nehmen den Mann in uns auf. Wir ergeben uns. 
Und damit wir uns ergeben, muss einiges stimmen.

Die Situation, der Mann, das Gefühl, unser Eindruck von unserem Bettpartner. Und wir brauchen Sicherheit.

Der Mann hingegen hat den aktiven Part. Er handelt. Er stellt sich vor, wie er uns dazu kriegt, dass er uns quasi flachlegen kann. Er stellt sich vor, wie sich die Frau auf ihn einlässt und er mit ihr machen kann was er möchte. 
Und um dies zu erreichen, jagt er uns. Er hat also quasi den Jagdinstinkt in sich drin. Und diese Jagdinstinkt, der ist relativ simpel. Er sieht etwas, das ihm gefällt und los geht’s. Gefühle, Situation etc. spielt bei ihm bei weitem nicht so eine grosse Rolle. Er braucht Action. 



Aber bleiben wir bei der Tatsache, dass Sex für uns Frauen viel mehr mit sich bringt als ein simpler Jagdinstinkt, denn wir triggern müssen.

Drittens: Dein Bild von deinem Mann hat enorme Macht über deine Lust

Wir Frauen lassen uns aus einem bestimmten Grund auf einen Mann ein. Er erweckt bei dir das eine Bild. Er vermittelt dir, dass er all diese Dinge mitbringt, die für dich Kriterien sind, dass du dich auf ihn überhaupt einlässt. Er vermittelt dir, dass er die Stärke hat, dass er dir das Gefühl der Sicherheit bieten kann. Und ganz generell stimmt für uns in diesem einen Moment, wenn wir uns für ihn entscheiden, das Bild des passenden Mannes.

Unsere innere Checkliste ist quasi abgehakt.



Und je länger wir mit ihm zusammen sind, desto mehr verwischt dieses Bild vielleicht. Nachdem du die rosarote Sonnenbrille nicht mehr aufhast, fallen dir kleine Dinge auf. Dinge, die du vorher völlig ignoriert hast. Und gerade weil sie dir eben nun ständig auffallen, wird aus diesem kleinen Krümelchen plötzlich ein riesiges Stück. Und wenn er sich nicht ändert, oder wir keinen Ausgleich an ihm finden, dass dieses eine „negative“ Stückchen wieder aufwertet, dann fängt die Waage an zu wanken.


Denn das Doofe an unserer inneren Checkliste ist: Man kann gewisse Punkte leider auch wieder ent-abhaken.

Und wenn dies passiert, wirkt sich das massiv auf unser Sexleben aus. Oft merken wir es nicht mal – weil das so schleichend geht, dass wir es gar nicht fassen können. Menschen verändern sich halt nunmal – auch in einer Partnerschaft. Und so kommt folgendes:

viertens: Die Rollenverteilung in deiner Partnerschaft wirkt sich auf deine Lust aus.

Wenn also nun gewisse Dinge nicht mehr erfüllt sind, zum Beispiel wenn dein Gefühl dir nicht mehr sagt, dass dein Mann stark genug ist für dich, weil du im Alltag zum Beispiel stets die Stärkere bist, dann habt ihr unbewusst einen Rollentausch gemacht, bei dem die Anziehung komplett auf der Strecke bleibt.



Logisch, oder?

Denn wenn der Jäger zum Softie mutiert und diejenige, die eigentlich nur Sicherheit möchte, plötzlich nicht nur ihr eigenes Leben managt, sondern seines noch dazu, dann stimmt die Waage nicht mehr. 
Du empfindest schon allein deswegen weniger Lust, weil du zum Beispiel seine Stärke nicht mehr bewundern kannst.

Fazit

Konkret heisst das für uns Frauen also: Die Lust, die wir anfangs empfinden ist nicht etwas, dass sich einfach so abflacht. Denn schliesslich hattest du ja total Bock auf deinen Partner, als ihr frisch zusammengekommen seid. Du hast dich angezogen gefühlt von dem Bild, dass er bei dir damals erzeugt hat.

Wenn sich also sonst nicht viel geändert hat, muss es ja etwas sein, dass in unserer „verwinkelter“ Psyche seinen Ursprung findet: Das Bild in dir bezüglich deinem Partner hat sich geändert.

Ein Gefühl in dir drinnen bezüglich deinem Partner ist nicht mehr gleich wie vorher. Ein Auslöser gibt es – selbst wenn du ihn vielleicht nicht auf den ersten Blick sehen kannst. Und diesen Auslöser gilt es gemeinsam zu suchen.

Brauchst du ein paar Beispiele?

Dein Partner macht vielleicht Dinge, die bei dir wiederum das Gefühl auslösen, dass er nicht so stark ist. Oder du hast unbewusst Aufgaben in deiner Partnerschaft übernommen, die du zwar machst, aber vielleicht eben nur, weil er damals nicht die Initiative ergriffen hat. Und gerade weil du diejenige bist, die diese Aufgabe übernommen hat die in deinen Augen eigentlich Männersache wäre, stimmt dein inneres Bild nicht.

Vielleicht hast du auch den ungesunden Drang, deinen Partner zu bemuttern – was für beide Seiten unvorteilhaft ist. Vielleicht haben sich auch Umgangsformen mit der Zeit ergeben, die ihr zwar nicht so meint aber im Wortlaut halt eben doch nicht respektvoll sind und auf dein Unterbewusstsein schlagen.

Oder auch ganz simpel: Es haben sich Kosenamen eingeschlichen, die man zwar irgendwie süss findet, aber beim Partner unbewusst dafür sorgen, dass er sich zum Beispiel verniedlicht fühlt und an seinem Ego kratzen. Und dann verhält er sich anders, als du gerne hättest. 

Du siehst, die Auslöser sind vielseitig, haben aber stets den gleichen Ursprung und münden immer im gleichen Resultat.

Und darum ist es so wichtig, dass du dir bewusst wirst, dass die Lust von uns Frauen nicht zwangsläufig abflachen muss und man gemeinsam, mit viel Einfühlungsvermögen dieser Sache wunderbar auf den Grund gehen kann. 

Mit ganz viel Liebe, anna

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