Oralverkehr ist wohl etwas, auf das alle Männer stehen. Eine Frau auf den Knien lässt einen Mann zum Träumen einladen. Wenn es aber darum geht, der Frau oralsexmässig etwas zurückzugeben, dann herrscht irgendwie viel zu oft Flaute. Und Mädels, ich gebe da in keiner Weise nur den Männern die Schuld.

Im Gegenteil.

Denn ganz ehrlich? Ich hab normalerweise kein Problem damit, meine Wünsche und Fantasien auszusprechen. Doch wenn es ums Thema Oralverkehr bei mir selbst geht, dann ist da irgendwie eine Blockade.

Und diese Blockade ist der Grund warum bei mir oft Flaute herrscht wenn es darum geht, dass der Mann etwas zurückgibt.

Ich lasse mich bei weitem nicht so gerne vom Mann lecken, wie ich ihm eins blase.

Zum einen bin ich oft verkrampft. Und zum anderen hab ich mich irgendwie nicht dafür, dem Mann mitzuteilen was mir gefällt – geschweige denn kann ich mich so richtig fallenlassen wenn ein Mann mich unbedingt lecken möchte.

Und aus diesem Grund schiebe ich die Schuld nicht dem Mann zu – sondern nehme das definitiv auf meine Kappe. Denn der Mann kann meine Verkrampftheit oder meine nicht ausgesprochenen Wünsche nicht riechen – ich müsste sie ihm ja schon mitteilen.

Und ich glaube fast, es geht vielen Frauen da draussen so. Denn wenn es nicht so wäre, dann müsste die Mehrheit der Männer ja wahre Leckmeister sein, oder? Denn dann hätten die Männer gelernt, wie man richtig leckt.

Aber sind wir mal ehrlich: Die wenigsten Männer wissen, wie man eine Frau richtig leckt.
(An die Männer, die diesen Beitrag lesen: Lasst mir einen anonymen Kommentar da, wenn ich dazu mal einen Beitrag schreiben soll! 🙂 )

Wenn die wenigsten Männer wissen wie man richtig leckt, heisst das im Klartext auch: Die wenigsten Frauen trauen sich, einem Mann ein ehrliches Feedback zu seinen Leckkünsten zu geben.

Denn wenn einem was unangenehm ist, lässt man das Thema lieber unter den Tisch fallen, oder?

Sich lecken zu lassen fühlt sich so wahnsinnig intim an. Es bedeutet riesiges Vertrauen von meiner Seite her – besonders wenn ich dabei noch zum Orgasmus kommen will. Und meistens fühlt es sich merkwürdig an, weil ich es mir gewohnt bin, zu geben.
Wenn mich ein Mann leckt, weiss ich nicht wo meine Hände hin sollen, und wenn das Licht an ist, dann hab ich meist die Augen zu. Während er mich leckt, wirbeln mir unzählige Gedanken durch den Kopf. Diese Gedanken reichen von „Schneller“, „Nein, diese kleine Berührung passt mir nicht“ über „Schalt mal dein Gehirn ab“ bis hin zu „Mensch, mach dir doch selbst nicht so einen Druck“.

Tja. Sich das so einzugestehen ist hart. Und diese Wahrheit schmerzt.

Denn was ich begriffen habe ist: Meine Vagina und ich sind bei weitem nicht so gute Freunde, wie ich eigentlich gedacht habe. Während „normaler Sex“ und Blowjobs geben für mich etwas ist, das ich viel oder gerne mache, hört beim Empfangen von Oralsex der Spass auf.

Aber gleichzeitig wäre es doch mein gutes Recht, dass sich der Mann revanchiert, wenn ich ihm Gutes tue? Warum kann ich es dann nicht einfach dankend annehmen und meine Freude daran haben? Warum bin ich so befangen? Und warum kann ich es nicht einfach geniessen?

Ich frage mich auch, ob es wohl nur mir so geht – oder ob es da draussen auch andere Mädels gibt, die vor dem gleichen Problem stehen wie ich?

Der erste Schritt zur Besserung ist stets, sich Dinge ehrlich einzugestehen. Und falls du auch gerade an diesem Punkt stehst, lade ich dich herzlich dazu ein, dich mit mir gemeinsam auf die Suche zu machen.

Auf die Suche nach den Ursprüngen, warum viele Frauen da offenbar so wie ich ein kleines Problem mit ihrer Unbefangenheit haben. Ich möchte Oralverkehr mit der gleichen Selbstverständlichkeit geniessen können, wie es ein Mann kann. Ich möchte mir selbst dieses wunderbare Geschenk machen können.

Und da dies kaum in einen einzigen Beitrag passt sage ich: Fortsetzung folgt!

Auf dass wir genau solche Tabuthemen offen ansprechen und diskutieren!

With Love, Anna

This Post Has 2 Comments

  1. Hallo Nora tolles Thema. Als ich meine Freundin kennen gelernt habe, hatte sie auch ein richtiges Problem damit. Da mir das ganze jedoch sehr gefällt habe ich es einfach immer wiedermal ausprobiert. Zu Beginn habe ich auch bemerkt, dass es ihr sehr unwohl war was ich etwas schade fand, mit der Zeit hat sie sich jedoch enorm gelockert und empfindet sehr viel Spass daran.
    Für den Mann ist der Perspektivenwechsel sehr interessant, da man aus dieser Position die Reaktionen der Frau viel besser empfinden kann. (so ergeht es zumindest mir).

    #HAVEFUN

    1. Hi Hans! Danke erstmal für deinen Beitrag zum Thema.

      Ich denke, wir Frauen müssen uns ja auch erstmal an das ungewohnte Gefühl gewöhnen – und im zweiten Schritt geht’s dann darum, dass man sich auch zu 100% wohlfühlt und ohne abschweifende Gedanken die Empfindungen geniessen kann.
      Schön zu hören, dass dies bei euch so gut klappt!

      Liebe Grüsse
      Nora

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